Trauriger Rekord: Immer mehr Unfälle mit Radfahrern

Gut ist, dass immer mehr Fahrrad gefahren wird. Das fördert die Fitness, macht Spaß und den grauen Alltag aktiver. Auch die Fahrräder, insbesondere E-Bikes, wurden in den letzten Jahren immer schicker, flexibler und schneller. Bei all diesen positiven Aspekten, gibt es leider einen sehr traurigen Begleiteffekt. Seit Jahren werden immer mehr Unfälle mit Radfahrern registriert, zum Teil sogar tödliche. Dabei ist festzustellen, dass die Gesamtzahl der Unfälle überproportional im Vergleich zur Zunahme der Radfahrern ansteigt. Drei Hauptargumente werden meistens für die steigende Anzahl der Verkehrsunfälle mit Bikern angeführt. Bemerkenswert ist dabei, dass die Schuld sehr gern den Radfahrern zugeschrieben wird.

1. Radfahrer sind zu schnell unterwegs

Immer leichtere, wendigere Fahrräder lassen die Radfahrer immer schneller durch Häuserschluchten und Autoschlangen flitzen. Es scheint, der Fahrradfahrer sei in einem ständigen Wettlauf mit den anderen Verkehrsteilnehmer. Da ist es doch vorprogrammiert, dass es zu immer mehr Unfällen kommt.

2. Biker sind viel zu abgelenkt

Immer mehr Radfahrer sind mit Kopfhörern auf dem Kopf und viel zu lauter Musik unterwegs sagt z.B. der ADAC. Sie telefonieren und benutzen ihr Smartphone beim Fahren, sagen Passanten und Autofahrer. Wie soll man sich dabei denn auf den Verkehr konzentrieren?

3. Radfahrer verhalten sich verkehrswidrig

Radfahrer fahren über Bürgersteige, benutzen Fußgängerampeln, fahren durch Fußgängerzonen und verkehrt herum durch Einbahnstraßen. Alles bekannt. Das war auch schon immer so. Da nun aber immer mehr Radfahrer unterwegs sind, steigt auch die Anzahl dieser Vergehen – ist doch einfach und logisch!

Wirklich so simpel? Haben wir nicht gelernt, dass meist zwei an Unfällen beteiligt sind? Wie war das nochmal mit der Teilschuld? Haben „Smombies“ (Smartphone-Zombies), die nur noch auf ihre Smartphone gucken, während sie mehr intuitiv als orientiert durch die Gegend tapern, oder Fußgänger und Autofahrer, die vor lauter ToGo / ToDrive kaum noch auf den Verkehr achten, nicht auch ihren Anteil an der Situation? Unterschätzen sie evtl. sogar die Geschwindigkeit von Radfahrern? Viele offenen Fragen und Punkte die „auf beiden Seiten“ berücksichtigt werden sollten.