Wer schon mal eine längere Radtour gemacht hat, wird genau wissen, wovon die Rede ist, wenn das Wort „Steigungen“ im Raum steht. Selbst wenn sie rein optisch gar nicht so schlimm oder extrem aussehen, sie gehen einem beim Radeln am Berg sehr schnell und äußerst spürbar in die Beine. Vor allem aber: Wer steigt schon gern vom Rad ab, um sich dann anhören zu müssen „Ja, ja. Wer sein Rad liebt, der schiebt“?

E-Bikes, also Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsmotor, scheinen für solche eher etwas peinlichen Situationen genau die richtige Lösung zu sein. Der Markt boomt, es gibt sie in immer breiterer Auswahl, und E-Bikes freuen sich überall größter Beliebtheit.

Ob City- oder Touringbike, Mountainbike – nahezu alle Arten von Fahrrädern werden mittlerweile als E-Bike angeboten. Natürlich sind diese durch den zusätzlichen Elektro-Motor etwas schwerer geworden, aber Fahrräder wurden in den letzten Jahrzehnten generell durch den Aluminium- oder Carbon-Rahmen immer leichter. So ist ein modernes Fahrrad mit Carbon-Rahmen und Leichtmetallfelgen trotz seines E-Motors auf keinen Fall schwerer als ein Fahrrad mit Stahlrahmen von vor 30 oder 40 Jahren. Hinzu kommt, dass die Gangschaltungen an Fahrrädern ebenfalls immer besser werden, so dass ein zusätzliches Gewicht viel besser zu bewegen ist. Bevor der angehende Radsportler allerdings sehr viel Geld für ein zwei oder drei Kilo leichteres Fahrrad ausgibt, sollte er vielleicht auch mal kurz darüber nachdenken, ob er das ein oder andere Kilo nicht auch auf seinen Hüften mit sich herumträgt. Denn das wird bei intensivem Gebrauch des Rades sowieso verschwinden.

Leider boomt aber nicht nur der Verkauf von E-Bikes, sondern auch die Anzahl der Unfälle mit denselben. Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn es sich um die Umrüstung eines herkömmlichen Fahrrades zum E-Bike geht. Mit einem Zusatzmotor wird das Rad nicht nur schwerer, sondern ist auch beim Fahren deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Beispielsweise die Kapazität der Bremsen oder Stabilität des Rahmens sollten von einem qualifizierten Fachmann untersucht und gegebenenfalls nachgerüstet oder verstärkt werden.